„Travel is still the most intense mode of learning“ … sagt die Rückseite unseres Zuckertütchens. Wie wahr! Wir sitzen in einem kleinen Café in La Paz und wärmen unsere Hände an einer großen Tasse Tee. Heizungen gibt es hier kaum. Wenn es kalt wird, zieht man einfach noch eine zweite, dritte oder auch vierte Schicht Kleidung an.

Wir lernen Bolivien intensiv kennen – definitiv. Seit heute sind wir zurück in der Zivilisation. Eine Woche Trekking in der Cordillera Real liegt hinter uns. Wir waren auf dem Condoriri Trek unterwegs. 7 Pässe – über 5000m – in 6 Tagen. Unsere Lager nie unter 4600m. Sauerstoffsättigung in unserem Blut: 90-95%. Ja – wir sind akklimatisiert.

Vor genau einer Woche begrüßt uns unser Bergführer Javier im Hotel. Wir sind in guten Händen. Javier ist einer der drei Bolivianer, die bereits auf dem Everest standen. Den Aconcagua – der höchste Berg außerhalb des Himalayas – hat er acht mal bestiegen. 

Ohne Javier wären wir aufgeschmissen. Wir wandern größtenteils über wegloses Gelände. Die Cordillera Real ist beeindruckend: endlos weit und unglaublich ruhig.

Auf unserem Trek begegnen wir nur zwei mal anderen Trekkern. Dafür unzähligen, neugierigen Lamas. Diese fühlen sich in Höhen bis 5000m noch pudelwohl. Lama Land! 

Da wir in der Regenzeit unterwegs sind, erwarten uns täglich Überraschungen. Vor allem in Form von Wasser – in verschiedenen Aggregatzuständen. Unser Koch besteht darauf, mich durch einen eisigen Fluss zu tragen. Jan hat leider keinen „Princesa-Bonus“ und muss barfuss durch das seeeeehr kühle Nass. 

Über die schneebedeckten Pässe laufen wir dann aber beide problemlos alleine.

Zum Glück scheint mindestens einmal am Tag die Sonne für uns. So trocknen unsere klammen Schlafsäcke, Ponchos oder all das, was das Wasser sonst noch so magisch angezogen hat.

Jedes Mal, wenn wir auf über 5000m Höhe stehen und unsere Blicke in die endlose Ferne schweifen lassen, vergessen wir die kalten Nächte im Zelt und die kräfteraubenden Aufstiege.

Und nach jedem Aufstieg folgt bekanntlich ein Abstieg. Und der macht großen Spaß! 

Nach der letzen Passquerung wartet das Büschen, das uns vor einer Woche in den Bergen ausgesetzt hat, (zum Glück) wieder auf uns.

Die erste Dusche im Hotel nach einer Woche Wildnis – unbezahlbar. Das weiche warme Bett heute Nacht ebenfalls. Unser Ausblick jede Nacht im Camp jedoch auch …

Morgen verlassen wir La Paz und fliegen nach Sucre. 
Wir sind sehr gespannt, was Bolivien noch für uns zu bieten hat. 

Greta // La Paz // 16. März 2019