Die letzten Tage war es ruhig hier in unserem Blog. Aus gutem Grund: wir waren mit einem kleinen Expeditionsschiff, der Ventus Australis, im südlichsten Teil Patagoniens unterwegs.

Dieser Teil Patagoniens besteht fast ausschließlich aus Gletschern, Eisfeldern und Fjorden. Ein Hauch von Norwegen. Nur viel viel kälter. 

Von der südlichsten Stadt der Welt – Ushuaia – geht es also doch nochmal ein ganzes Stück nach Süden. Aber eben nur mit dem Schiff. 

Wir haben Glück und können mit kleinem Zodiacs am Kap Hoorn anlanden. Als uns der eisige Wind durch alle Schichten unserer Kleidung bläst, glauben wir sofort, das dies keine Selbstverständlichkeit ist. Hier treffen die Pasatwinde das einzige Mal auf Land. Mit voller Wucht.

Zurück an Board vergessen wir schnell, dass wir für den Landgang an Kap Hoorn um 5:30 Uhr ohne Frühstück aufstehen mussten. Das breite Grinsen in unseren Gesichtern zeigt: Kap Hoorn war ein ganz besonderer Ort! Mal sehen, ob es unsere offiziellen Urkunden mit uns um die Welt zurück nach Deutschland schaffen. 

Wir genießen die Abgeschiedenheit in vollen Zügen. Auf unserer Route begegnen wir nur zwei Schiffen. Einem großen Kreuzfahrtschiff am Kap Hoorn und unserem Schwesterschiff irgendwo auf der Magellan-Straße. Ansonsten ist es weit, ruhig und unberührt um uns herum – Patagonien eben…

Wir befahren größtenteils Gebiet, das dem chilenischen Militär unterliegt und nur mit Ausnahmegenehmigung befahren werden darf.

Das sich in dieser Abgeschiedenheit Pinguine wohlfühlen, ist klar. Diesmal begegnen wir den kleinen lustigen Kreaturen sogar an Land. 

Zum Glück hatten wir die letzten Tage den Luxus eines großen und gemütlichen Betts. Diesen hat Jan ausgiebig getestet. Ihn hat eine dicke Erkältung komplett flach gelegt – die Landgänge wollte er sich dann aber trotzdem nicht entgehen lassen. Zudem haben wir so die Gelegenheit auch in der Apotheke unsere spanisch Kenntnisse zu verbessern – Husten, Schnupfen, Fieber etc. – Spanisch für Fortgeschrittene.

Mittlerweile sind wir wieder an Land und von
Chile nach Peru geflogen. Von Temperaturen um den Gefrierpunkt in das tropische Lima. Lima hat übrigens außer Hitze bis jetzt noch nichts zu bieten. Die erste Stadt, die uns bislang enttäuscht. Morgen fliegen wir weiter nach Cusco. Von dort aus trekken wir auf dem berühmten Inka-Trail. Zurück in‘s Zelt also!

Greta // Lima // 27. Februar 2019