„Wo steckt Ihr? Wir haben schon so lange nichts mehr von Euch gelesen!“ Das sind wir in letzter Zeit öfters gefragt worden. Auf unserem Blog war es die letzen Wochen ruhig. Wir haben unsere große Reise für knappe 4 Wochen in Deutschland unterbrochen.

Obwohl wir gerade kein zu Hause haben, haben uns viele liebe Menschen das Gefühl von zu Hause gegeben. Wir sind fürstlich mit Essen verwöhnt worden und haben Waschmaschinen glühen lassen. Wir konnten kommen und gehen wie und wann wir wollten. Es gab nicht nur flauschige Betten, sondern auch schicke Autos für uns. Sonst hätten wir unseren Besuchs-Marathon, so wie wir ihn geplant hatten, gar nicht möglich machen können. Jans alter Smart war nämlich über unsere lange Abwesenheit so eingeschnappt, dass er es vorgezogen hat, die meiste Zeit in der Werkstatt und nicht bei uns zu verbringen.

Wir waren in der Pfalz, im Remstal, am Niederrhein, in Berlin und in der Schweiz. Mehr hätte in die 4 Wochen auch wirklich nicht mehr hereingepasst. Trotzdem haben wir nicht alle Lieben, die wir gerne besucht hätten, persönlich sehen können.

Dennoch – vieles geschafft! Hochzeit als Trauzeuge in Berlin. Für Anzug und Kleid mussten wir übrigens gaaaanz tief in unsere eingelagerten Kisten abtauchen. Unglaublich – wir sind mit annähernd so viel Gepäck für eine Hochzeit nach Berlin gereist, wie wir im letzen halben Jahr mit uns um die Welt genommen haben. Wo sind die Anzugsschuhe? Nein, Wandersocken passen nicht dazu! Passt der Anzug überhaupt noch? Geht das Hemd zu? Puh – beides mal ja! Hoffentlich geht mein Glätteisen noch!? Und autsch – das erste mal wieder Ohrstecker nach 6 Monaten. Ja – Ohrlöcher können auch nach über 30 Jahren noch zuwachsen … habe ich gelernt. Wir freuen uns beide definitiv wieder auf minimalistischere Zeiten.

Zwischendurch haben wir unseren eigenen Hochzeitstag am Niederrhein gefeiert. Ein Tag voller Überraschungen. Schon am Morgen gab es Blümchen. Nein – nicht von, sondern für uns! Und nicht nur die Zeit in Deutschland ist wie im Flug vergangen, sondern auch ein ganzes Jahr als Familie Navel.

Und dann war da noch unser Hochtourentraining in der Schweiz am Piz Palü. Ein Wochenende auf dem ewigen Eis und auf einer urigen Schweizer Hütte. Wir haben viel Technik gelernt und die Zeit in den Bergen sehr genossen.

Die Schweiz hat uns bestimmt nicht zum letzen Mal gesehen. Und uns gleich mal daran erinnert, dass wir uns in Deutschland viel zu wenig bewegt haben. Einen richtig bösen Muskelkater gab es als Andenken also mit dazu.

Mittlerweile sind die Taschen wieder gepackt und mit uns auf der Reise. Wir haben übrigens – außer jeder ein weiteres Paar Schuhe, nichts in unserem Gepäck verändern müssen. Gut so! Nur unsere Pässe sind um 2 Visa „schwerer“: eines für Russland und eines für China. Das erklärt auch, wie wir die restliche Zeit in Deutschland verbracht haben. Im Konsulat, beim Visa-Service oder auf der Suche nach einer der vielen vielen Informationen, die man für ein Visum benötigt. Gut, dass wir bürokratische Prozesse aus Deutschland gewöhnt sind.

Jetzt freuen wir uns aber auf unser neues Abenteuer! Mit dem Zug wollen wir von Moskau bis nach Peking fahren. Unsere ersten Impressionen aus Russland widme ich einem eigenen Blogeintrag. Ihr dürft gespannt sein!

Greta // im Zug von Moskau nach Ekaterinburg // 02. August 2019