Was für ein „großer“ Name – Titicacasee! Gefühlt jeder kennt den See mit dem lustigen Namen. Auf einer Höhe von 3812m über dem Meeresspiegel liegt er – einer der größten Seen Südamerikas. Etwa zu gleichen Teilen in Peru und Bolivien.

Wir schauen uns den Titicacasee zunächst von der peruanischen Seite aus an. Und … sind ein wenig enttäuscht. Die Peruaner verstehen es mit Bravur, dieses Naturspektakel touristisch auszuschlachten. Booteweise werden die Touristen zu schwimmenden Schilfinseln gebracht. Dort „leben“ einheimische Familien, wie wir lernen, nur noch für uns, um Souvenirs zu verkaufen, oder um Spenden zu erbetteln. Technisch gesehen sind die Inseln aber immerhin einen Besuch wert.

Wir schlafen in Puno – direkt am Titicacasee. Wie in Deutschland wird auch hier um diese Jahreszeit Karneval gefeiert. Und zwar so richtig! Das stellen die Peruaner eindrücklich unter Beweis. Bis nachts um 4:00 Uhr ziehen bunte Züge durch die Straßen.

Blöd, dass man in Peru keine Schall-isolierten Fenster kennt. Kurze Nächte für uns. Als Entschädigung geht dafür jeden Morgen die Sonne spektakulär über dem See für uns auf.

Über 10 Stunden fahren mit dem Auto von Peru nach Bolivien. Die Grenze müssen wir – mit unserem Gepäck – zu Fuß überqueren. Das Auto darf uns ebenfalls nicht begleiten. Mit unserem Deutschen Pass reisen wir unkompliziert ein. Anders, als Peruaner oder Amerikaner, die detailliert befragt werden oder für über 150 US Dollar ein Visum kaufen müssen. Unsere kleine roten Heftchen mit dem Bundesadler wissen wir mehr und mehr zu schätzen. 

Willkommen in Bolivien! Einem der ärmsten Länder der Welt. Mit gemischten Gefühlen setzen wir unsere Reise fort. Was erwartet uns wohl hier? Zu allererst mal sensationelle Landschaft. Der Titicacasee in seiner vollen Schönheit – und vor allem ohne Touristen. Wow! Was für ein erster Eindruck.

Als wir am Ufer des Titicacasees stehen und auf unsere „Fähre“ warten, wissen wir, warum wir für 150km fast 4 Stunden brauchen sollen. Fährüberfahrt auf bolivianisch. Wir staunen nicht schlecht als je zwei Autos in einer Nussschale über den See geschippert werden. Definitiv nichts für schwache Nerven.

Zur Entspannung nach der aufregenden Überfahrt schlägt Jan vor, die Mittagspause an der Copacabana zu verbringen. Eine schöne Idee! Allerdings gibt es hier keine bolivianischen Bikini-Schönheiten am Strand. Dafür „trucha a la plancha“ im „Kiosco No.3“ – ein einfaches aber super leckeres Mittagessen.

Weiter geht unsere Fahrt nach La Paz. Was für ein Chaos! Selbstfahrern wäre hier Selbstmord. Unser Fahrer flucht und hupt – aber manövriert uns sicher durch den Verkehr.

In La Paz lassen wir es langsam angehen. Hier gibt es keine U-Bahnen, sondern Seilbahnen. Von oben haben wir einen sensationellen Blick über die Stadt und staunen über ihre Ausmaße. Über 1 Millionen Menschen leben unter den Gondeln.

Aber auch das ist La Paz – das Mondtal. Wir spazieren durch eine bizarre Landschaft, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Morgen geht es für uns für eine Woche in die Cordillera Real, die Königs-Kondolliere. Eine Woche lang werden wir auf dem Condoriri Trek durch die Hochgebirgskette wandern. Höhen von über 5000m warten auf uns, unseren Bergführer, unseren Koch und unsere Mulis. Kalte Nächte im Zelt und erfrischende Bäder in den Gebirgsseen inklusive … 

Greta – Birthday Girl // 10. März 2019 // La Paz